Im Internet stehen auch Bewerbern die vielfältigsten Möglichkeiten offen. Soziale Netzwerke, online-Präsentationen, eigene websites, Blogs, und Videos werden für die Vermarktung der eigenen Person genutzt. Grundsätzlich ist diese Entwicklung zu begrüßen, doch sie birgt auch einige Gefahren.
Ein Bewerber, der das Internet für die Vermarktung seiner Person nutzen möchte, sollte sich auf jeden Fall klar darüber sein, das er durch seine online-Präsentation zwangsläufig eine ganze Menge persönlicher Details preisgibt. Wird z.B. das Video auf einer öffentlichen Plattform präsentiert, ist immer die Möglichkeit unerwünschter Reaktionen durch Dritte gegeben. Dadurch kann sehr schnell das Gegenteil erreicht werden. Man gibt sich der Lächerlichkeit preis und wird zur Zielscheibe ungewollter Resonanz.
Überlegen Sie sich deshalb genau, ob und wie Sie sich im Internet präsentieren möchten.
Grundsätzlich ist die Bewertung von Bewerbungsunterlagen immer subjektiv und (leider) gibt es keine Norm-Bewerbung.
Als erfahrene Führungskraft und Personalberater bin ich aber der Ansicht, dass ein Deckblatt nicht notwendig ist. Es ist nur ein Blatt mehr in der Bewebung, dem ich keine wesentlichen Informationen entnehmen kann.
Bevor Sie ein Deckblatt verwenden, dass Ihnen nicht gut gelungen ist, empfehle ich Ihnen, das Foto rechts oben im Lebenslauf einzufügen und auf ein Deckblatt zu verzichten.
Letztlich kommt es darauf an, saubere und vor allem vollständige Unterlagen abzugeben, die dem Empfänger schnell einen sehr guten Überblick über die Fähigkeiten und Eigenschaften des Bewerbers vermitteln.
Als Kritikpunkt zum Video lässt sich anführen, dass man sich mit dem 1. Satz im Anschreiben nicht von der breiten Masse der Bewerber abhebt. Darüber hinaus ist die Reihenfolge im Lebenslauf zu überdenken. Beginnen Sie nach den persönlichen Daten hier immer mit Ihrer aktuellen Beschäftigung und gehen Sie dann chronologisch zurück bis zur Schulzeit.
Das folgende Video ist nicht sehr professionell gemacht und stellt die Fehler sehr überspitzt dar. Leider ist es aber nicht all zu weit von der Realität entfernt:
In einem Gespräch mit einem professionellen Bewerbungs-Trainer durfte ich vor einigen Tagen erfahren, dass es für den Erfolg einer einer Bewerbung u.a. entscheiden sei, welche Farbgebung die Unterlagen haben.
Dazu fällt mir wirklich nichts mehr ein.
In meinem Berufsleben habe ich ständig Personalverantwortung getragen. Als Vertriebsleiter war ich u.a. für über 650 Mitarbeiter verantwortlich. Selbstverständlich habe ich bisher unzählige Stellen mit Fach- und Führungskräften besetzt. Aber eines kann ich mit Gewissheit sagen. Auf die Farbe der Bewerbungsmappe habe ich noch nie geachtet!
Bewerbern, die sich für ein professionelles Training interessieren, kann ich nur empfehlen, den Anbieter vor Vertragsabschluss auf Herz und Nieren zu prüfen. Anhand einiger Fragen können Sie dies ganz einfach tun. Hier eine kleine Auswahl:
1. Haben Sie vor Ihrer Tätigkeit als Trainer schon einmal Personalverantwortung getragen?
2. Für wie viele Mitarbeiter waren Sie verantwortlich?
3. Woher haben Sie das Wissen erlangt, welches Sie in Ihren Seminaren anbieten?
4. Wie hoch ist Ihre Erfolgsquote?
Ein Training ist für viele sicherlich notwendig. Achten Sie aber bei der Auswahl des Trainers darauf, welche Leistung Sie einkaufen!
Nachfolgend ein weiteres Bewerbungsvideo:
Personal Profile from Jordi Pages on Vimeo.
pro:
- gute visuelle Umsetzung
- für den Berufsstand des Grafikers gut geeignet
contra:
- akustisch ist der Sprecher schwer zu verstehen
Kommentar zum Arikel “Chef lästert im Vorstellungsgespräch über Kollegen”
Spricht ein Arbeitgeber im Vorstellungsgespräch schlecht über seine Mitbewerber und vielleicht sogar über den derzeitgen Arbeitgeber des Bewerbers, ist dies ein Anzeichen für absolute Unprofessionalität und mangelnden Charakter.
Lassen Sie sich in so einem Fall nicht dazu hinreissen, in diesen Kontext mit einzustimmen. Niemand kann wirklich für ein Unternehmen arbeiten wollen, dass sich so verhält.
Wie spricht dieser Arbeitgeber wohl über seine Mitarbeiter und wie geht er mit ihnen um?
Heute möchte ich nur 5 Tipps für ein erfolgreiches Vorstellungsgespräch posten. Natürlich gibt es wesentlich mehr beachtenswerte Punkte, aber die folgenden 5 sind auch sehr wichtig:
1. Bereiten Sie sich inhaltlich best möglich auf das Gespräch vor.
2. Seien Sie pünktlich.
3. Achten Sie auf saubere, ordentliche und der Stelle angepasste Kleidung.
4. Verzichten Sie auf die “Zigarette davor”.
5. Machen Sie sich Notizen während des Gesprächs.
Im Folgendne möchte ich am Beispiel von Johanna Jung wieder einmal die Video-Bewerbung diskutieren:
In Zeiten des „Web 2.0“ gewinnt die Bewerbung per Video im Netz immer mehr an Bedeutung. Ein Bewerbungsvideo ist sicherlich eine nette Idee, sofern die Umsetzung professionell gelingt. Gerade bei diesem Punkt sehe ich aber das größte Problem. Ich denke, dass nur sehr wenige in der Lage sind, eine professionelle Videoproduktion selbst auf die Beine zu stellen. Einen professionellen Dienstleister für die Erstellung des Videos zu engagieren sprengt vermutlich den finanziellen Rahmen vieler Bewerber. Abgesehen davon ist zu überlegen, ob der zeitliche und / oder finanzielle Aufwand den Nutzen rechtfertigt.
Auch, wenn Frau Jung in dem Video sympathisch rüberkommt, würde ich als Personalverantwortlicher nicht darauf verzichten wollen, vollständige Bewerbungsunterlagen einzusehen. Insofern stellt sich die Frage, ob sich der Aufwand für die Produktion eines Videos lohnt, wenn man dadurch „nur“ erreicht, dass die Bewerbung gelesen wird!
Das Video an sich ist ganz nett gemacht. Als Kritik würde ich anfügen, dass ich – trotz sehr guter Englischkenntnisse – meine Probleme habe, Frau Jung akustisch zu verstehen.
Gerade in Ihrem Fall, wo sie sich für eine Position im internationalen Tourismus bewirbt und sehr gute Englischkenntnisse sicherlich ein Muss sind, ist es schade, wenn diese im Video vielleicht schlechter rüberkommen als diese in Wirklichkeit sind.
Vielleicht wäre es besser gewesen, die Zeit der Videoproduktion in die Erstellung einer aussagekräftigen Bewerbungsmappe zu investieren?
Im Beitrag “Die Bewerbungsmappe” wird ein wichtiges Prinzip angesprochen, welches in jeder Bewerbungsmappe berücksichtigt werden sollte. Schließlich geht es um Werbung für die eigene Person. Die Rede ist von AIDA:
A – (attention: Aufmerksamkeit erhalten)
I – (interest: Interesse an der eigenen Person wecken)
D – (desire: Wunsch entfachen, dich kennen zu lernen)
A – (action: Handlung provozieren)
“Wenn Sie das Problem haben, dass sie zwar dutzende Bewerbungen verfassen, allerdings nie zum Vorstellungsgespräch eingeladen werden, sollten sie ihre Bewerbungsunterlagen noch einmal überarbeiten. Wenn einem selbst der Rat fehlt, dann lohnt sich der Gang zu einem Bewerbungs- oder Personal-Coach.”
Sicherlich ist es für viele ratsam, sich im Bewerbungsprozess von einem Berater “coachen” zu lassen. Bei der Auswahl dieses “Experten” möchte ich jedoch zu Vorsicht raten. Da der Begriff des Beraters, Coaches oder Trainers in keiner Form geschützt ist, kann sich prinzipiell jeder so nennen.
Hinterfragen Sie daher bei der Auswahl eines Beraters dessen Werdegang. Bohren Sie doch einfach etwas nach:
- Haben Sie in Ihrer Laufbahn schon jemals Personalverantwortung getragen und Mitarbeiter rekrutiert?
- Für wieviele Mitarbeiter waren Sie verantwortlich?
- Wie lange haben Sie diese Verantwortung getragen?
- Wie hoch ist Ihre Erfolgsquote als Berater?
- Wie vielen “Kunden” haben Sie in den letzten 6 Monaten durch Ihre Beratung in ein Anstellungsverhältnis verholfen?
Die obenstehende online-Bewerbung stammt von Chris Ferdinandi. Er ist HR- & Web 2.0 – Spezialist. Wenn Sie sich die Frage stellen, ob das der neue Weg ist, sich erfolgreich zu bewerben, möchte ich Ihnen folgenden Gedanken mit auf den Weg geben.
Die Präsentation ist optisch und technisch einwandfrei umgesetzt. Auch ich würde mich von dieser Bewerbung angesprochen fühlen – allerdings nur als Teaser.
Würde ich jemanden in diesem Bereich suchen, dann wäre Herr Ferdinandi sicherlich ein interessanter Kandidat. Trotzdem würde ich im 2. Schritt erst einmal die übliche Bewerbungsunterlage mit Lebenslauf und Zeugnissen anfordern.
Gefährlich wird es auch dann, wenn man eine Bewerbung in dieser Form erstellt, aber nicht über die notwendigen Fähigkeiten verfügt. Solange Sie nicht in der Lage sind, eine 100% professioelle Umsetzung zu gewährleisten, würde ich die Finger davon lassen.
Greifen Sie dann lieber auf die herkömmliche Form der Bewerbung zurück.









