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Im Internet stehen auch Bewerbern die vielfältigsten Möglichkeiten offen. Soziale Netzwerke, online-Präsentationen, eigene websites, Blogs, und Videos werden für die Vermarktung der eigenen Person genutzt. Grundsätzlich ist diese Entwicklung zu begrüßen, doch sie birgt auch einige Gefahren.
Ein Bewerber, der das Internet für die Vermarktung seiner Person nutzen möchte, sollte sich auf jeden Fall klar darüber sein, das er durch seine online-Präsentation zwangsläufig eine ganze Menge persönlicher Details preisgibt. Wird z.B. das Video auf einer öffentlichen Plattform präsentiert, ist immer die Möglichkeit unerwünschter Reaktionen durch Dritte gegeben. Dadurch kann sehr schnell das Gegenteil erreicht werden. Man gibt sich der Lächerlichkeit preis und wird zur Zielscheibe ungewollter Resonanz.
Überlegen Sie sich deshalb genau, ob und wie Sie sich im Internet präsentieren möchten.
Nachfolgend ein weiteres Bewerbungsvideo:
Personal Profile from Jordi Pages on Vimeo.
pro:
- gute visuelle Umsetzung
- für den Berufsstand des Grafikers gut geeignet
contra:
- akustisch ist der Sprecher schwer zu verstehen
Im Folgendne möchte ich am Beispiel von Johanna Jung wieder einmal die Video-Bewerbung diskutieren:
In Zeiten des „Web 2.0“ gewinnt die Bewerbung per Video im Netz immer mehr an Bedeutung. Ein Bewerbungsvideo ist sicherlich eine nette Idee, sofern die Umsetzung professionell gelingt. Gerade bei diesem Punkt sehe ich aber das größte Problem. Ich denke, dass nur sehr wenige in der Lage sind, eine professionelle Videoproduktion selbst auf die Beine zu stellen. Einen professionellen Dienstleister für die Erstellung des Videos zu engagieren sprengt vermutlich den finanziellen Rahmen vieler Bewerber. Abgesehen davon ist zu überlegen, ob der zeitliche und / oder finanzielle Aufwand den Nutzen rechtfertigt.
Auch, wenn Frau Jung in dem Video sympathisch rüberkommt, würde ich als Personalverantwortlicher nicht darauf verzichten wollen, vollständige Bewerbungsunterlagen einzusehen. Insofern stellt sich die Frage, ob sich der Aufwand für die Produktion eines Videos lohnt, wenn man dadurch „nur“ erreicht, dass die Bewerbung gelesen wird!
Das Video an sich ist ganz nett gemacht. Als Kritik würde ich anfügen, dass ich – trotz sehr guter Englischkenntnisse – meine Probleme habe, Frau Jung akustisch zu verstehen.
Gerade in Ihrem Fall, wo sie sich für eine Position im internationalen Tourismus bewirbt und sehr gute Englischkenntnisse sicherlich ein Muss sind, ist es schade, wenn diese im Video vielleicht schlechter rüberkommen als diese in Wirklichkeit sind.
Vielleicht wäre es besser gewesen, die Zeit der Videoproduktion in die Erstellung einer aussagekräftigen Bewerbungsmappe zu investieren?
Die obenstehende online-Bewerbung stammt von Chris Ferdinandi. Er ist HR- & Web 2.0 – Spezialist. Wenn Sie sich die Frage stellen, ob das der neue Weg ist, sich erfolgreich zu bewerben, möchte ich Ihnen folgenden Gedanken mit auf den Weg geben.
Die Präsentation ist optisch und technisch einwandfrei umgesetzt. Auch ich würde mich von dieser Bewerbung angesprochen fühlen – allerdings nur als Teaser.
Würde ich jemanden in diesem Bereich suchen, dann wäre Herr Ferdinandi sicherlich ein interessanter Kandidat. Trotzdem würde ich im 2. Schritt erst einmal die übliche Bewerbungsunterlage mit Lebenslauf und Zeugnissen anfordern.
Gefährlich wird es auch dann, wenn man eine Bewerbung in dieser Form erstellt, aber nicht über die notwendigen Fähigkeiten verfügt. Solange Sie nicht in der Lage sind, eine 100% professioelle Umsetzung zu gewährleisten, würde ich die Finger davon lassen.
Greifen Sie dann lieber auf die herkömmliche Form der Bewerbung zurück.









